Über meine letzten drei Jahre als Fotograf und Autor

Das Jahr 2014 in Dias. ©Göttlicher

 

Ein kurzes Resümee der vergangenen Jahre schadet nie, um sich selbst einzuordnen und zurück zu schauen. Ich empfehle diese Übung mindestens einmal im Jahr, am besten am Jahresanfang, wenn der Kalender für das neue Jahr in Angriff genommen wird.

2014

2014 war für mich ein Jahr des Umbruchs. Auftragsarbeiten im Editorial wurden weniger, ich stelle im Dia die Panama-Geschichte für die Bild dar, sowie die Reportage über die katalanische Unabhängigkeit für Der Spiegel. Im Rahmen des DocFilm Festivals in Barcelona wurden 2 meiner Multimedias in nächtlichen Präsentationen gezeigt und ich hielt erstmals einen Vortrag über die Essenz der Fotografie. An eigenen Projekten drängte sich „Sublime Landscapes“ auf, über das wir auch einen Vortrag hielten an der Uni in Girona. Mein erstes englisch-sprachiges E-Book erschien bei iTunes und die Arbeit an meinem Buch im Rheinwerk Verlag nahm viel Raum in Anspruch. Das Stipendium der VG Bildkunst war die Krönung um die Weihnachtszeit.

2015

Das Jahr 2015 in Dias. ©Göttlicher

Das Jahr begann mit viel Elan, denn ich setzte Himmel und Hölle in Bewegung, um Kontakte zu machen für mein Stipendien-Projekt Like a coat of rain. Für die dafür notwendigen Interviews reiste ich von Madrid bis Amsterdam, von Helsinki bis Perpignan. Dann erschien mein Buch „Fotografieren wie ein Profi“ und das Jahr schlug eine neue Richtung ein. Marketing wurde das Thema. Im Sommer wurde gemeinsam mit Guido Walter das Satiremagazin Der Laufbursche gegründet, bei dem ich für Texte und Bilder zuständig bin. Mit meinem Designer Sergi Gor entstand mein neuer Portfolio, der für teures Geld gedruckt wurde. Zwischendurch fand ich noch Zeit für eigene Projekte in Richtung Fotokunst  und Video, und im privaten Bereich änderte sich alles, als meine Tochter geboren wurde.

2016

Das Jahr 2016 in Dias. ©Göttlicher

Nach „Fotografieren wie ein Profi“ begann ich mich als Autor zu etablieren und „Mallorca“ wurde mein Thema, das sich wie ein roter Faden durch das ganze Jahr zog. Als im Herbst das Projekt vom Verlag gestoppt wurde, hatte ich schon fast alle Themen auf der Baleareninsel fotografiert und geschrieben. Ein Jahr Arbeit, die mich zum Mallorca-Spezialisten macht, so oder so. Am Ende des Jahres entstand ein neuer Film über die Zeit des spanischen Bürgerkriegs, ein bewegendes Thema. Ich bewarb mich bei unterschiedlichen Stipendien in den USA mit „Like a Coat of rain“, da mein Stipendien-Projekt eine Pause machte. Für zwei Großprojekte parallel reichte die Energie nicht, denn auch meine kleine Tochter Lucia forderte viel Aufmerksamkeit. Der Laufbursche begann, Leser zu finden und mit Claudia Wiens hielt ich einen ersten Workshop in Barcelona ab. Dafür gründeten wir Fotofiesta. Und ich hielt einen Vortrag auf der Photokina in Köln vor Fotoamateuren. Auch eine Erfahrung. Insgesamt strukturierte sich meine Arbeit um das Mallorca-Projekt, aus dem heraus nun eine Verlagsidee entsteht und die Satire wurde zunehmend mehr Teil meines Arbeitsprozesses, während Auftragsarbeiten im Editorial weiter abnehmen, was selber von den Verlagen bedauert wird. Denn ebenso wie es weniger Aufträge gibt, gibt es weniger fähige Fotografen, die die Wünsche der Verlage umsetzen können. Low Budget rächt sich eben. Die Eigeninitiative bleibt das wichtigste Element des Portfolios. Am Jahresende bin ich als Informatiker schon so gut, dass ich mir einen neuen WordPress-Blog selbst einrichten kann. Göttlicher.com

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